Unser Bürofenster

„Was verbinden Sie mit dem Friedhof?“ – haben wir Passanten letzten Sommer auf dem Nienburger Wochenmarkt gefragt.

Wir alle verbinden mit dem Wort Friedhof eine starke Emotion.

Für einige ist es der Ort, an dem sie ihren leiben Verstorbenen nah sein können. Andere gehen zum Friedhof, „weil es sich so gehört“ oder „weil das Grab gepflegt werden muss“ und dann gibt es Menschen, für die ist der Friedhof ein Tabu. Sie mögen nicht darüber sprechen und schon gar nicht einen solchen Ort besuchen.

Wir haben einen Flyer verteilt, der Menschen animieren sollte, sich mit dem Thema Friedhof zu befassen.

„Warum gehe ich auf den Friedhof?“ oder eben „Warum gehe ich nicht auf den Friedhof?“ wurde auf dem Flyer gefragt, aber auch „Was wünsche ich mir auf einem Friedhof?“.

Es gabt Anregungen zum Ankreuzen und natürlich auch Raum für eigene Ideen und Gedanken.

In unserer aktuellen Fensterdeko präsentieren wir zurzeit die Auswertung dieser Umfrage und bedanken uns dabei bei allen Teilnehmenden für ihre Antworten.

 

 

 

 

Auf dem Friedhof

Das ist der Friedhof. Stiller, trauter Ort!
Die Erde birgt die müden Schläfer dort.
Dem war es Hölle, dem ein Paradies,
Das Leben. Sieh, nun schlafen alle süß!

Es singt die Nachtigall. Wie klingt’s so bang!
Ward der Erinn’rung Träne zu Gesang?
Die Lerche jubelnd auf zum Himmel zieht.
Der Hoffnung Lächeln, ward’s ein Lerchenlied? –

Dort steht ein Denkmal, reich, von Marmorstein;
Man schrieb mit Gold des Toten Namen drein.
Ein schlichtes Kreuz auf diesem Hügel steht,
Und um das Kreuzlein sprosst ein Blumenbeet.

Der unterm Holzkreuz sich des Schlummers freut,
Vielleicht hat Blumen einst er ausgestreut.
Ein frisches Kränzlein spricht ein tröstend Wort:
„Du bist nicht tot! Im Herzen lebst Du fort!

Das ist der Friedhof. Stiller, trauter Ort!
Die Erde birgt die müden Schläfer dort.

Friedrich Emil Rittershaus

 

 

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